Der Name Paulina Patricia Clara führt zur ältesten Tochter des ehemaligen deutschen Profiboxers Axel Schulz. Sie wurde am 19. August 2006 in Cape Coral im US-Bundesstaat Florida geboren und besitzt sowohl die deutsche als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Deutschland ist sie als talentierte Schwimmerin bekannt, die ab 2018 an der Sportschule Potsdam trainierte und zum Nationalkader des Deutschen Schwimmverbands gehörte.
Ihr vollständiger Name wird in öffentlichen Quellen unterschiedlich wiedergegeben. Die englische Wikipedia-Seite ihres Vaters nennt Paulina Patricia Clara, eine Imago-Bildbeschreibung aus dem Jahr 2007 hingegen Paulina Patricia Karla, und der IMDb-Eintrag zu Axel Schulz verzeichnet Patricia Paulina Klara. Welche Schreibweise standesamtlich korrekt ist, lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht abschließend klären.
Vom Turnen ins Schwimmbecken
In einem Interview mit der Bild-Zeitung im März 2018 erzählte die damals Zwölfjährige, wie sie zum Schwimmen kam. Zunächst hatte sie Turnen ausprobiert, doch auf dem Schwebebalken sei es ihr „nicht ganz geheuer” gewesen. Bei der Leichtathletik lief sie einmal „in die falsche Richtung”. Im Wasser fand sie schließlich ihre Disziplin. Bereits mit viereinhalb Jahren hatte Paulina die Anforderungen des Seepferdchen-Abzeichens geschafft, wie die Bild berichtete. Im Urlaub sei sie häufig in den Pool gesprungen und habe dort „Gefallen daran” gefunden.
Ihre ersten Vereinsstationen waren der ESV Frankfurt (Oder) und die SG Aufbau Eisenhüttenstadt. Schon in der Nachwuchszeit fielen ihre Leistungen auf: Die Website des ESV Frankfurt (Oder) vermerkte zwei Hallenrekorde – 41,64 Sekunden über 50 Meter Brust und 1:38,08 Minuten über 100 Meter Brust. Über 50 Meter Brust stand die damals Neunjährige damit an der Spitze der deutschen Bestenliste ihres Jahrgangs.
14 Landesrekorde und Bronze bei den Jahrgangsmeisterschaften
Bis März 2018 hatte Paulina nach Angaben der Bild-Zeitung 14 Landesrekorde für Brandenburg aufgestellt und gehörte bereits zum Nachwuchskader des Deutschen Schwimmverbands. Im selben Jahr folgte ihr bislang öffentlich am besten dokumentierter Einzelerfolg: Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2018 gewann sie im Brust-Mehrkampf die Bronzemedaille. Laut der offiziellen Ergebnisliste bei Swimsportnews erreichte sie 2795 Punkte, hinter Helena Rabea Cron vom KSV Neptun Berlin (2867 Punkte) und Nika Steigerwald vom SSKC Poseidon Aschaffenburg (2799 Punkte). Bei diesem Wettbewerb startete sie noch für die SG Aufbau Eisenhüttenstadt.
Im September 2018 wechselte Paulina an die Sportschule Potsdam und schloss sich dem Potsdamer Schwimmverein im OSC Potsdam an. Der Potsdamer SV vermerkte sie 2019 als „neu” im Frauenteam der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, wo der Verein in der 1. Bundesliga antrat.
Sportschule Potsdam und Aufstieg in den Nationalkader
An der Sportschule Potsdam bestimmte ein straffer Tagesablauf Paulinas Leben, wie Sport1 im April 2019 beschrieb: Aufstehen um 5.20 Uhr, Frühstück um 5.40 Uhr, Training von 7 bis 9 Uhr, Schule bis 14 Uhr, nachmittags erneut Training, dann Hausaufgaben und um 21 Uhr Nachtruhe. Ihr damaliger Trainer Toni Helbig bescheinigte ihr gegenüber Sport1 „Ehrgeiz und Willen” und sagte, sie wolle sich „durch ihre Leistungen profilieren und nicht darüber, was ihr Papa mal geleistet hat”.
Mehrere Medienberichte aus dem Frühjahr 2019 ordneten sie als eine der besten Brustschwimmerinnen ihres Jahrgangs in Deutschland ein. Auf der internationalen Schwimmdatenbank Swimcloud ist sie für die Saison 2019 als Paulina Patricia Schulz beim Potsdamer SV registriert, mit einem dokumentierten Ergebnis von 1:10,00 Minuten über 100 Meter Rücken in einem Vorlauf.
Im März 2021 veröffentlichte der Potsdamer Schwimmverein die aktuelle DSV-Kaderliste. Paulina Schulz wurde als Mitglied des Nationalkaders 2 geführt, gemeinsam mit vier weiteren Vereinsmitgliedern: Aaron Leupold, Eric Rathgeber, Anton Zeno Rauch und Ira Helene Hünnebeck.
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Über den Sommer 2021 hinaus: Was öffentlich dokumentiert ist
Im Juni 2021 veröffentlichte ihr Vater auf Instagram ein Foto und schrieb, er sei stolz – Paulina habe in Münster als Sprinterin und Brust- und Lagenschwimmerin an einem Freiwasserwettbewerb teilgenommen und dabei Staffel, 2,5 und 5 Kilometer in einem rund 23 Grad warmen Hafenbecken absolviert.
Im Januar 2023 war Paulina Schulz weiterhin für den Potsdamer SV aktiv: Beim Bundesfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend (DMSJ) in Wuppertal bildete sie gemeinsam mit Hannah Buttler, Amelii Rößler und Leni Walchshofer das Frauenteam und erreichte Platz sechs. Der Potsdamer SV hob hervor, dass das Team nur aus vier Starterinnen bestand und somit jede Schwimmerin fünf kräftezehrende Staffelstarts absolvieren musste. Ob Paulina über diese Saison hinaus weiterhin leistungssportlich schwimmt, ist öffentlich nicht zuverlässig dokumentiert.
Die Frage nach dem Startrecht: Deutschland oder USA
Weil Paulina in Florida geboren wurde und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, könnte sie bei internationalen Wettkämpfen theoretisch auch für die Vereinigten Staaten an den Start gehen. In Interviews machte sie allerdings früh deutlich, dass sie für Deutschland schwimmen möchte. „Ich möchte für Deutschland Siege einschwimmen”, sagte sie der Bild-Zeitung. Ihr Vater kommentierte das Thema gegenüber Sport1 noch deutlicher: „Hallo?! Sie lebt und trainiert in Deutschland, also wird sie auch definitiv für Deutschland starten.”
Axel Schulz: Vom Boxring an den Beckenrand
Paulinas Vater Axel Schulz, geboren am 9. November 1968 in Bad Saarow, gehörte in den 1990er Jahren zu den bekanntesten deutschen Schwergewichtsboxern. Zwischen 1995 und 1996 bestritt er drei Kämpfe um den vakanten oder gehaltenen IBF-Weltmeistertitel – gegen George Foreman, Francois Botha und Michael Moorer – und verlor alle drei knapp nach Punkten. Besonders die Niederlage gegen Foreman 1995 gilt als eine der umstrittensten Entscheidungen im deutschen Boxsport. Seine Profikarriere endete 1999 nach einer Niederlage gegen Wladimir Klitschko; ein Comeback-Versuch 2006 gegen Brian Minto scheiterte ebenfalls.
Bei Paulinas Schwimmwettkämpfen hält sich der frühere Boxer nach eigener Aussage bewusst zurück. „Ich finde es ganz schrecklich reinzurufen, dafür ist eher meine Frau verantwortlich”, sagte er 2019 gegenüber Sport1. Sportliche Ratschläge erteile er seiner Tochter nicht: „Vom Schwimmen habe ich keine Ahnung.” Im März 2018 formulierte er gegenüber der Bild-Zeitung, das Gute am Schwimmen sei, „dass man nicht bescheißen kann, wie beim Boxen”.
Familie: Trennung der Eltern und Schwester Amelina
Axel Schulz heiratete Patricia Schulz im März 2006 bei einer Hochzeit in Florida. Neben Paulina hat das Paar eine zweite Tochter, Amelina Patricia Hedwig, geboren im Januar 2010. Nach Angaben von t-online spielte Amelina als Kind Handball.
Im Sommer 2021 gab Axel Schulz auf Instagram bekannt, dass er und Patricia sich bereits vor „vielen Monaten” getrennt hätten. Gegenüber dem Magazin Bunte erklärte er, eine Scheidung komme für ihn nicht infrage – als Scheidungskind wolle er das vermeiden. Patricia bleibe zudem Geschäftsführerin in seiner Firma im Lebensmittelbereich. Den Töchtern gehe es trotz der Trennung gut, betonte er gegenüber t-online.
Vorbilder und Ziele
Ihre sportlichen Vorbilder benannte Paulina in Interviews klar: Franziska van Almsick und Britta Steffen, „weil sie so sympathisch sind und so viel erreicht haben”. Auf die Frage nach ihrem großen Traum antwortete sie gegenüber Sport1: „Einmal bei Olympia mitschwimmen.” Gegenüber der Bild formulierte sie es noch entschiedener: „Ich möchte die neue Franziska van Almsick oder Britta Steffen werden und einmal bei Olympia für Deutschland starten.”
Quellen: Wikipedia (Axel Schulz) | Bild | Sport1 / Sportinformationsdienst | Potsdamer SV | Swimsportnews (DJM 2018 Ergebnisliste)
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