Astrid Berge war von 2000 bis zu seinem Tod am 23. Februar 2016 die dritte Ehefrau des „Löwenzahn”-Moderators Peter Lustig. Nach zwei unabhängigen Presseangaben wurde sie 1948 oder 1949 geboren und wäre damit heute 77 oder 78 Jahre alt. Mit den Hörspielen um Bibi Blocksberg hat sie nichts zu tun: Diese Figur erfand Elfie Donnelly, Lustigs zweite Ehefrau.
Zwei Zeitungsangaben erlauben eine Alterseingrenzung
Ein Geburtsdatum von Astrid Berge ist öffentlich nicht dokumentiert, zwei Zahlen aus unabhängigen Redaktionen sind es aber.
Die Reporterin Elisabeth Jessen besuchte das Ehepaar für das „Hamburger Abendblatt” auf seinem Hof in Nordfriesland; der Text erschien am 23. Oktober 2010 und nennt sie „seine dritte Frau Astrid, 61″. Knapp zwei Jahre später, am 4. Juli 2012, beschrieb t-online sie anlässlich eines gemeinsamen Auftritts beim ZDF-Sommerfest als „elf Jahre jüngere Gattin” des damals 74-jährigen Lustig.
Beide Werte decken sich und führen auf ein Geburtsjahr zwischen Oktober 1948 und Oktober 1949. Ein exaktes Datum lässt sich daraus nicht ableiten, und keine der beiden Redaktionen nennt eine Quelle für ihre Altersangabe.
Die Bibi-Blocksberg-Spur führt zur zweiten Ehefrau
Elfie Donnelly, geboren 1950 in London, zog 1973 nach Berlin und heiratete Peter Lustig. Ab 1977 schrieb sie 65 Folgen „Benjamin Blümchen”, ab 1980 kam „Bibi Blocksberg” dazu – insgesamt 41 Folgen – später auch die Drehbücher der beiden Bibi-Kinofilme. Aus dieser Ehe stammt Lustigs leiblicher Sohn, der Toningenieur Pavi Momme Lustig. Donnelly lebt heute mit dem Autor Paul Arató auf Ibiza.
Astrid Berge kam erst rund fünfzehn Jahre später in Lustigs Leben. Eine Verbindung zwischen ihr und den Kiddinx-Hörspielen ist in keiner zugänglichen Quelle belegt.
Eine zweite Verwechslung betrifft den Namen selbst: Àstrid Bergès-Frisbey, geboren am 26. Mai 1986 in Barcelona, ist eine französisch-spanische Schauspielerin, bekannt als Meerjungfrau Syrena in „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten”. Sie hat mit Peter Lustigs Witwe nichts gemein außer der Ähnlichkeit des Namens – wird aber in deutschsprachigen Beiträgen regelmäßig mit ihr vermischt, teils sogar durch falsch gesetzte Wikipedia-Verlinkungen.
Was die Steckbriefseite von web.de falsch darstellt
Das Portal web.de führt eine Themenseite zu Peter Lustig, die im Fließtext behauptet: „Lustig war in erster Ehe mit Astrid Berge zusammen, mit der er drei Kinder bekam.”
Beides widerspricht der übrigen Berichterstattung. Berge war seine dritte, nicht seine erste Ehefrau – das bestätigen übereinstimmend die deutsche Wikipedia, der NDR und die Nachrufe von 2016. Und die drei Kinder sind keine gemeinsamen: Sie brachte sie mit in die Ehe, wie Lustig selbst 2010 im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt” schilderte. Der Nachruf der Nachrichtenagentur AFP vom Februar 2016 spricht von „ein leiblicher Sohn und drei angeheiratete Töchter”. Namen oder Berufe dieser drei Kinder hat die Familie nie öffentlich gemacht.
Ein Paar seit etwa 1990, geheiratet in der Latzhose
Dem „Hamburger Abendblatt” zufolge waren „die Berlinerin und der gebürtige Breslauer” im Oktober 2010 seit rund 20 Jahren zusammen. Kennengelernt haben sie sich nach Darstellung des Löwenzahn-Fanclubs in Berlin. Geheiratet wurde im Jahr 2000, und Lustig ließ sich dafür eigens eine Latzhose anfertigen – schwarz, mit Nadelstreifen. „Mein Mann sah ganz toll darin aus”, sagte seine Frau dazu.
2010 sprach das Paar von sechs Enkelkindern, in den Nachrufen von 2016 war von neun die Rede.
Vom Fresenhof bei Husum zurück nach Berlin
2002 erwarben die Lustigs den reetgedeckten „Fresenhof” in Bohmstedt bei Husum, der zuvor dem Liedermacher Knut Kiesewetter gehört hatte und den dieser im Lied „Mien Fresenhof” besungen hatte. Mehr als zehn Jahre lebten sie dort in einem rund 200 Jahre alten Haus, zusammen mit mehreren Hunden und einer Katze.
Bereits im Oktober 2010 kündigte das Paar den Abschied an: Das Anwesen sei zu groß geworden. „Dann sind wir näher bei der Familie und bei den Ärzten”, sagte Astrid Lustig damals. Der Verkauf zog sich; der Umzug nach Berlin gelang erst 2014, worüber der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag Ende Mai 2014 berichtete. Der Tagesspiegel schrieb nach Lustigs Tod, er habe seine letzten Jahre mit ihr in einer Wohnung nahe dem Kurfürstendamm verbracht.
Gestorben ist Peter Lustig dennoch in Nordfriesland: am 23. Februar 2016, im Kreis seiner Familie in dem Haus bei Husum, mit 78 Jahren. Bestattet wurde er auf eigenen Wunsch auf See, im engsten Familienkreis.
Vier dokumentierte Auftritte – einer davon vor der Löwenzahn-Kamera
Öffentlich zeigte sich Astrid Berge fast nur an der Seite ihres Mannes, etwa bei ZDF-Sommerfesten in Berlin; Bildagenturen führen Aufnahmen aus 2006, 2012 und 2014.
Einmal stand sie jedoch selbst in der Sendung: Die Episodendatenbank des Löwenzahn-Fanclubs listet sie als Astrid Lustig (geb. Berge) in der Rolle einer Reisenden in der Folge „Peter will auf die Schiene”, produziert 1994, erstmals ausgestrahlt am 11. März 1996. Drei weitere Male trat sie als sie selbst auf – in „Guckloch Extra – 15 Jahre Löwenzahn”, in der Immobilienreportage „Wohngeschichten” und in „Hallo Deutschland – Peter Lustig feiert 75. Geburtstag”.
Lebt Astrid Berge noch? Was sich dazu seriös sagen lässt
Seit dem Tod ihres Mannes hat sich Astrid Berge nach allem, was öffentlich zugänglich ist, nicht mehr geäußert. Interviews, Auftritte oder Mitteilungen aus den Jahren danach ließen sich nicht finden, und auch die Rückblicke zum zehnten Todestag im Februar 2026, etwa beim NDR und im „Stern”, nennen sie nur als Teil der Familie.
Eine Todesmeldung oder Traueranzeige zu ihr existiert in zugänglichen Quellen ebenfalls nicht. Daraus lässt sich aber weder ableiten, dass sie lebt, noch das Gegenteil – anders als mehrere Webseiten suggerieren, die ein klares „Ja” behaupten, ohne eine Quelle zu nennen. Belastbar ist nur: Es gibt keinen dokumentierten Hinweis auf ihren Tod, und sie war nie eine Person des öffentlichen Lebens, über die regelmäßig berichtet wurde.
Eine eigene Wikipedia-Seite besitzt sie nicht; Angaben zu Beruf, Einkommen oder heutigem Wohnort, wie sie auf einzelnen Portalen kursieren, stützen sich auf keine überprüfbare Originalquelle.
Mehr Blogs: Jennifer Lafer
Quellen: Hamburger Abendblatt | Wikipedia: Peter Lustig / Elfie Donnelly | Löwenzahn-Fanclub-Episodendatenbank
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