Jessica Van Dyke Todesursache: Enkelin von Dick Van Dyke starb 1987 mit 13 Jahren am Reye-Syndrom

Jessica Van Dyke Todesursache

Jessica Lee Van Dyke, die Enkelin des US-Entertainers Dick Van Dyke, starb am 6. April 1987 im Alter von 13 Jahren. Todesursache war das Reye-Syndrom – eine seltene, oft tödliche Erkrankung, die bei ihr wenige Tage nach der Einnahme von Aspirin während einer Windpocken-Infektion auftrat. Das belegen übereinstimmend zeitgenössische Berichte des Orlando Sentinel und der Los Angeles Times aus dem Jahr 1987.

Rund um diese Todesursache halten sich bis heute zwei falsche Angaben: Jessica sei die Tochter von Dick Van Dyke gewesen, und sie sei an Masern erkrankt. Beides stimmt nicht.

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Vom Aspirin bei Windpocken zum Reye-Syndrom

Jessica wurde 1974 geboren und besuchte die achte Klasse der Wiley Middle School in University Heights, einem Vorort von Cleveland. Sie steckte sich mit Windpocken an – in der Woche, in der sie in einer Schulaufführung von „Bye Bye Birdie” auftreten sollte, jenem Stück, das 1960 die Bühnenkarriere ihres Großvaters begründet hatte.

An einem Montag Ende März 1987 nahm sie nach Angaben eines Familiensprechers etwa vier Aspirin-Tabletten gegen leichtes Fieber ein. Drei Tage später begann sie zu erbrechen und wurde zunehmend verwirrt. Eine Entzündung erfasste Gehirn und Leber. Im Rainbow Babies and Children’s Hospital in Cleveland starb sie am 6. April 1987.

Das Reye-Syndrom verläuft von Erbrechen über Desorientierung bis zum Bewusstseinsverlust, teils mit Krämpfen, und verursacht schwere Schwellungen von Gehirn und Leber. Es trifft überwiegend Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, meist nach Windpocken, Grippe oder anderen Atemwegsinfekten. Mehr als 90 Prozent der jungen Betroffenen hatten zuvor eine solche Infektion und anschließend Aspirin oder ein ähnliches Mittel eingenommen.

Jessicas Stiefvater Roger D. Heller sagte der Los Angeles Times, die Familie habe von dem Zusammenhang nichts gewusst: „Wir hatten keine Vorstellung davon, dass Reye eine Krankheit ist, die eine 13-Jährige treffen kann.” Verbindliche Warnhinweise auf US-Aspirinpackungen gab es erst seit dem 30. Mai 1986 – weniger als ein Jahr vor Jessicas Tod. Nur vier Tage nach ihrem Sterben veröffentlichte der öffentliche Gesundheitsdienst der USA eine große Studie, die ein vierzigfach erhöhtes Reye-Risiko in Verbindung mit Aspirin belegte.

Enkelin, nicht Tochter – und Windpocken, nicht Masern

Jessica war nicht die Tochter, sondern die Enkelin von Dick Van Dyke. Ihr Vater war Christian Van Dyke, der älteste Sohn des Entertainers; ihre Mutter war Caroline Heller. Über die mütterliche Linie war Jessica zudem eine Urenkelin des früheren US-Senators Stephen Young aus Ohio.

Ebenso verbreitet ist die Behauptung, Jessica sei an Masern erkrankt gewesen – sie findet sich bis heute in Beiträgen auf Social-Media-Plattformen. Die zeitgenössischen Berichte und die Promi-Chronik von People nennen jedoch übereinstimmend Windpocken als die zugrunde liegende Infektion.

Warum Dick Van Dyke öffentlich darüber sprach

Der Tod seiner Enkelin bewegte Dick Van Dyke dazu, sich für die Aufklärung über das Reye-Syndrom einzusetzen. Er wirkte in einer Reihe von Kampagnen mit, die davor warnten, Kindern und Jugendlichen bei fieberhaften Infekten Aspirin zu geben.

Seitdem medizinische Fachgesellschaften und Behörden klar von Aspirin bei Kindern mit Windpocken oder Grippe abraten und Warnhinweise verpflichtend wurden, ist die Zahl der Reye-Fälle stark zurückgegangen. Die Erkrankung, die Jessica Van Dyke das Leben kostete, gilt heute als sehr selten.

Mehr Blogs: Günther Maria Halmer

Quellen: Orlando Sentinel (1987) | Los Angeles Times (1987) | People |

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