Irene Kasner, geboren am 19. August 1964 in Templin, ist die jüngere Schwester der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie arbeitet als Ergotherapeutin und führt seit 1998 gemeinsam mit Susanne Brodehl eine Gemeinschaftspraxis in Oranienburg. Verheiratet ist sie mit Sven Kasner, der bei der Heirat ihren Geburtsnamen annahm. Einen eigenen Wikipedia-Artikel hat Irene Kasner weder auf Deutsch noch auf Englisch, und öffentlich zugängliche Fotos von ihr sind kaum vorhanden.
Der Grund, warum viele nach ihr suchen, liegt auf der Hand: Angela Merkel hat ihr Privatleben konsequent abgeschirmt, und Irene Kasner ist als engste weibliche Familienangehörige eine der wenigen Personen, über die gelegentlich Persönliches nach außen dringt. In Merkels 2024 erschienenem Memoirenband „Freiheit: Erinnerungen 1954–2021″ wird Irene Kasner namentlich dafür gewürdigt, „Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend wieder lebendig gemacht” zu haben, wie der Guardian aus dem Buch zitierte.
Aufwachsen im Pfarrhaus in Templin
Irene Kasner kam knapp zehn Jahre nach Angela zur Welt. Die Familie lebte im Pfarrhaus von Vater Horst Kasner, einem evangelischen Theologen, der 1954 von Hamburg in die DDR übergesiedelt war und ab 1957 in Templin an einer innerkirchlichen Weiterbildungsstelle wirkte. Mutter Herlind Kasner, geborene Jentzsch, war Latein- und Englischlehrerin, konnte aber wegen des Pfarrberufs ihres Mannes in der DDR nicht im Schuldienst unterrichten. Zwischen Angela und Irene steht Bruder Marcus Kasner, geboren 1957, der wie seine ältere Schwester Physik studierte.
Über die gemeinsame Kindheit in der Uckermark ist öffentlich wenig dokumentiert. Die Erwähnung in Merkels Memoiren deutet darauf hin, dass Irene als jüngere Schwester bei der Rekonstruktion der frühen Familienjahre eine wichtige Rolle spielte – auch wenn das Buch selbst keine Einzelheiten über sie preisgibt.
Von der Krankenschwester zur Ergotherapeutin
Die berufliche Biografie auf der Website der Gemeinschaftspraxis in Oranienburg gibt den detailliertesten Einblick in Irene Kasners Werdegang. Demnach absolvierte sie zunächst ein Fachschulstudium als Krankenschwester und arbeitete sieben Jahre lang im Krankenhaus und in der Ambulanz. Danach wechselte sie in die Ergotherapie, sammelte Berufserfahrung in der Pädiatrie – sowohl in einer Praxis als auch in einer Fachambulanz – sowie in der Orthopädie und machte sich anschließend selbstständig.
Seit 1998 betreiben Irene Kasner und Susanne Brodehl die Ergotherapeutische Gemeinschaftspraxis Brodehl & Kasner GbR in der Freiburger Straße 1 in Oranienburg. Die Praxis behandelt in den Fachbereichen Pädiatrie, Orthopädie, Neurologie, Geriatrie und Psychiatrie. Irene Kasners Schwerpunkt liegt nach eigener Darstellung in der Integration von Kindern in Schulen und Kindergärten, gestützt auf das verhaltenstherapeutische IntraActPlus-Konzept und die Sensorische Integrationstherapie. In einigen Online-Verzeichnissen taucht die Praxis zusätzlich unter einer Berliner Adresse in der Torstraße auf – ob es sich dabei um einen früheren Standort oder einen Eintragungsfehler handelt, geht aus den öffentlich zugänglichen Angaben nicht hervor.
Ehemann Sven Kasner
Irene Kasner ist mit Sven Kasner verheiratet. Dass er bei der Heirat den Geburtsnamen seiner Frau annahm, erwähnte der Münchner Merkur in einem Artikel über die Familie Merkel. Öffentlich in Erscheinung trat Sven Kasner unter anderem bei der vierten Vereidigung Angela Merkels als Bundeskanzlerin im März 2018: Laut einem Bericht der Welt nahm er auf der Ehrentribüne des Bundestags Platz, während Irene selbst verhindert war. Ob das Paar Kinder hat, ist öffentlich nicht dokumentiert.
„Meine Ratgeberin in Fragen, die nichts mit Politik zu tun haben”
Trotz der großen Zurückhaltung beider Seiten sind einige wenige Aussagen über das Verhältnis der Schwestern überliefert. In einem Focus-Bericht über Merkels Privatleben wurde die Kanzlerin mit den Worten zitiert, sie treffe Irene regelmäßig: „Sie ist meine Ratgeberin in Fragen, die nichts mit Politik zu tun haben.” Der Münchner Merkur bezeichnete Irene Kasner als „Vertraute und gute Freundin” der damaligen Kanzlerin.
Gelegentlich wird behauptet, Irene Kasner habe ihrer Schwester die als „Merkel-Raute” bekannte Handhaltung empfohlen. Eine überprüfbare Originalquelle für diese Zuschreibung ließ sich nicht finden. Im Wikipedia-Artikel zur Merkel-Raute wird stattdessen die Wuppertaler Fotografin Claudia Kempf genannt, die Merkel die Geste bei einem Fotoshooting für den Stern vor der Bundestagswahl 2002 vorgeschlagen haben soll.
Die Familie nach dem Tod der Eltern
Horst Kasner starb im September 2011 in Templin. Er hatte seit 1997 den Förderverein Kirche Alt Placht geleitet, der eine kleine Fachwerkkirche bei Templin vor dem Verfall bewahrt. Nach seinem Tod traten Irene, Marcus und Sven Kasner dem Verein bei, wie die SUPERillu 2019 anlässlich der Beisetzung von Mutter Herlind berichtete.
Herlind Kasner starb am 6. April 2019 im Alter von 90 Jahren. Bei der Trauerfeier in der Templiner Maria-Magdalenen-Kirche nahmen Angela Merkel, Marcus und Irene Kasner gemeinsam mit weiteren Familienangehörigen und Hunderten Wegbegleitern Abschied, berichtete der Nordkurier. Am Nachmittag folgte ein Gedenkkonzert im „Kirchlein im Grünen” in Alt Placht – dem Ort, der für die gesamte Familie Kasner besondere Bedeutung hat.
Namensverwechslung bei der Suche
Wer nach „Irene Kasner” sucht, stößt gelegentlich auf ein LinkedIn-Profil einer Innenarchitektin gleichen Namens in der Region Köln/Bonn, die beim Hoch- und Tiefbau Müller GmbH beschäftigt ist. Diese Person hat keine erkennbare Verbindung zur Familie Merkel.
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Quellen: Ergotherapie Oranienburg – Brodehl & Kasner | The Guardian (Merkel-Memoiren) | Focus | SUPERillu | Nordkurier
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