Der Schauspieler Uwe Kockisch starb am 22. Dezember 2025 mit 81 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Die Zeitung „Junge Welt” berichtete als erstes Medium unter Berufung auf den Familienkreis über seinen Tod und die Diagnose. Kockischs Schauspielagentur „Players” bestätigte den Tod anschließend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf seine Ehefrau Christine Gautier.
Einem Millionenpublikum war Kockisch vor allem als Commissario Guido Brunetti in der ARD-Krimireihe „Donna Leon” bekannt, die er von 2003 bis 2019 in 22 Folgen verkörperte.
Wie gesichert ist Lungenkrebs als Todesursache?
Die dpa, der ORF und ZDFheute übernahmen die Angabe der „Jungen Welt” und berichteten von Lungenkrebs. Die tagesschau bestätigte den Tod ebenfalls über die Agentin. Gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte Kockischs Agentin zwar das Ableben am 22. Dezember in Madrid, nannte jedoch die genaue Todesursache nicht ausdrücklich. Mehrere seriöse Medien verwendeten daher Formulierungen wie „offenbar” oder „vermutlich” Lungenkrebs. Da die Angabe über den Familienkreis und die Agentur auf die Ehefrau gestützt wird, gilt Lungenkrebs als die mit Abstand wahrscheinlichste Todesursache — eine offizielle ärztliche Mitteilung wurde jedoch nicht veröffentlicht.
War Uwe Kockisch Raucher?
Kockisch war über Jahrzehnte starker Raucher. In einem seltenen persönlichen Interview mit „Das Neue Blatt” im September 2019 sprach er offen über seine Abhängigkeit: „Die Sucht hatte mich im Griff. Ich habe alles versucht, unter anderem Akupunktur, Hypnose … Nichts hat funktioniert.” Erst die eindringliche Warnung eines befreundeten Arztes – „sonst war’s das” – habe den Ausschlag gegeben. Kockisch beschrieb die Wirkung als „Peitschenhieb” und hörte nach eigener Aussage von einem Tag auf den anderen auf.
Wann genau er mit dem Rauchen aufhörte, ist nicht dokumentiert. Da das Interview 2019 erschien und Kockisch darin die Vergangenheitsform verwendete, lag der Rauchstopp zu diesem Zeitpunkt bereits zurück. Medizinisch ist belegt, dass auch ehemaliges Rauchen das Lungenkrebsrisiko dauerhaft erhöht, wenngleich es mit jedem rauchfreien Jahr sinkt. Die Verbindung, die viele Suchende zwischen seiner Todesursache und dem Rauchen herstellen, ist also nachvollziehbar begründet — auch wenn eine direkte kausale Bestätigung im konkreten Fall öffentlich nicht vorliegt.
Kein Beleg für COPD als Todesursache
In sozialen Medien kursiert vereinzelt die Behauptung, Kockisch habe an COPD gelitten und deshalb die Rolle des Commissario Brunetti aufgegeben. Für diese Angabe ließ sich in öffentlich zugänglichen Quellen kein Beleg finden. Das Ende der „Donna Leon”-Reihe 2019 war eine Entscheidung der Produktion, nicht eine gesundheitsbedingte Absage Kockischs. Die Todesursache, die über den Familienkreis kommuniziert wurde, lautet Lungenkrebs — nicht COPD.
Warum er in Madrid starb
Kockisch lebte seit vielen Jahren mit seiner Ehefrau Christine Gautier in Madrid und pendelte von dort nach Berlin. „Ich habe dort meine Frau kennengelernt”, erklärte er 2023 gegenüber der Bild-Zeitung. Sein Tod in einem Madrider Krankenhaus am 22. Dezember 2025 — drei Tage vor Weihnachten — wurde erst am Heiligabend öffentlich bekannt. Kockisch wurde auf dem Französischen Friedhof in Berlin beigesetzt.
Vom DDR-Häftling zum Grimme-Preisträger
Kockisch wurde am 31. Januar 1944 in Cottbus geboren. Sein Vater fiel als Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg. Mit 17 Jahren versuchte er 1961, mit Freunden auf einem Kutter über die Ostsee aus der DDR zu fliehen. Die Gruppe wurde verraten und verhaftet; Kockisch kam für knapp ein Jahr ins Zuchthaus Cottbus. Nach seiner Entlassung arbeitete er sich am dortigen Stadttheater vom Kartenabreißer zum Schauspieler hoch und absolvierte die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch” in Berlin.
Mehr als zwanzig Jahre gehörte er zum Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters in Ost-Berlin. Nach der Wiedervereinigung setzte er seine Karriere bruchlos fort: In der ARD-Krimiserie „Zappek” übernahm er 1995 die Titelrolle, in „Weissensee” spielte er zwischen 2010 und 2018 den Stasi-Offizier Hans Kupfer. Den Adolf-Grimme-Preis erhielt Kockisch 2008 für Dominik Grafs „Eine Stadt wird erpresst”, den Deutschen Fernsehpreis 2011 für das „Weissensee”-Ensemble. Insgesamt wirkte er in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Sein letzter ausgestrahlter Auftritt war der ARD-Spielfilm „Allmen und das Geheimnis des Koi” im August 2024.
Kockisch war in dritter Ehe mit Christine Gautier verheiratet und hinterlässt zwei Söhne.
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Quellen: tagesschau | ZDFheute | rbb24 | Das Neue Blatt / Presseportal | ORF
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